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Filmkritik zu „Don´t Breath“

Ein Gastbeitrag von Christian Greller

DON’T BREATHE

USA 2016 / Regie: Fede Alvarez

Nach dem von Kritikern wie Horrorfans gefeierten TANZ DER TEUFEL-Remake EVIL DEAD (2013) ist DON’T BREATHE der erst zweite Langfilm des aus Uruguay stammenden Regisseurs Fede Alvarez.

dontbreath

Anders als in EVIL DEAD ist DON’T BREATHE aber dieses mal kein Splattermovie, nicht mal Horror. Es handelt sich um einen klassischen Vertreter des Terrorfilms, der vor allem in den 70ern seine große Zeit hatte. Waren Filme wie HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (USA 1977) oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE (USA 1974) aber noch angesiedelt im gleißenden Sonnenlicht, in der prallen Hitze und mit weiten Landschaften, spielt DON’T BREATHE fast über die gesamte Länge in der Dunkelheit eines klaustrophobisch engen Hauses mit Kellern, Schächten, Türen und Schränken. Dass Alvarez als Schauplatz das heruntergekommene und wirtschaftlich darbende Detroit als Location gewählt hat, trägt einiges zur extrem düsteren Grundstimmung des Films bei. Detroit scheint überhaupt ein beliebter Drehort für neuere US-amerikanische Horrorfilme zu sein (IT FOLLOWS, USA 2014, LOST RIVER, USA 2014 oder der geniale ONLY LOVERS LEFT ALIVE, USA/D/GB 2013 von Jim Jarmusch).

Ohne viel Erklärungen kommt DON’T BREATHE sofort auf den Punkt. Erzählt wird die Geschichte der drei Jung-Kriminellen Rocky (Jane Levy), Alex (Dylan Minette) und Money (Daniel Zovatto), die nach einigen kleineren Einbrüchen im Haus eines blinden Kriegsveteranen (kongenial: Stephen Lang) einen größeren Geldbetrag vermuten, und eines Nachts in das Anwesen einsteigen. Was danach folgt ist ein Horrortrip, sowohl für die drei Jugendlichen als auch für den Zuschauer. Fede Alvarez spielt gekonnt mit der genreüblichen Methodik, lässt die Protagonisten durch dunkle Zimmer laufen, der Fußboden und die Türen knarzen, und auch die Jump Scares wurden gezielt aber nicht zu oft gesetzt. Das Sounddesign spielt dabei eine besondere Rolle, schließlich orientiert sich der blinde Hausbesitzer nur anhand der Geräusche. Und auch das wurde von Fede Alvarez sehr gut umgesetzt.

Bei einem Kammerspiel wie DON’T BREATHE ist es natürlich von besonderer Wichtigkeit, dass sich die wenigen Darsteller gut ergänzen. Das ist hier der Fall. Die drei Einbrecher kennt man aus einigen bekannten Produktionen der letzten Jahre. Jane Levy spielte z.B. in Alvarez‘ Erstling EVIL DEAD die Hauptrolle, und Stephen Lang, der weniger als Film- und mehr als Theaterschauspieler bekannt sein dürfte, darf man als Idealbesetzung für den blinden Veteranen bezeichnen. Zwar belegt seine Rolle den Part des ‚“Bösen“, seltsamerweise ertappt man sich als Zuschauer aber dabei, dass man eine gewisse Zuneigung zu diesem alten, einsamen und blinden Mann empfindet … zumindest bis zur Hälfte der Story.

DON’T BREATHE ist ein Terrorfilm, der aus der Vielzahl an Horror- und Thriller-Produktionen aus den USA der letzten Zeit heraussticht. Aufgrund des extrem genialen Sounddesigns sei jedem Filmfan empfohlen, sich das ganze im Kino anzuschauen. Die heimische Soundanlage dürfte die Atmosphäre des Films nicht so gut rüber bringen.

Bewertung: 8 (von 10)

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