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„Mr. Robot“: Fight Club als Fernsehserie? Endlich!

Eine Fernsehserie über einen Hacker, der gegen Kapitalismus ankämpfen will und Marvel-Filme hasst? Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, mir die erste Staffel im Marathon anzusehen. „Mr. Robot“ kombiniert viele gesellschaftliche und psychoanalytische Themen von „Fight Club“ mit den modernen Problemen unserer technischen Gegenwart. Ein Meisterwerk! 

mr robot elliot

Ich glaub, es hackt 

„Mr. Robot“ ist eine Fernsehserie, die am 27. Mai 2015 auf dem amerikanischen Sender USA Network anlief, der bisher eigentlich nur für seine Reruns von alten TV-Formaten bekannt war und noch keinen richtigen Serien-Hit landen konnte. Mit „Mr. Robot“ könnte sich das nun geändert haben, da die Serie schon für eine zweite Staffel verlängert wurde, bevor die erste Staffel überhaupt anlief. Im deutschsprachigen Raum ist die Show unter anderem auf Amazon, XBox Video, iTunes und Videoload zu sehen.

Die Story handelt von dem jungen Computerprogrammierer Elliot (Rami Malek), der unter sozialen Ängsten leidet und deswegen keine sozialen Beziehungen eingehen kann. Wenn er eine neue Bekanntschaft macht, hackt er sich zuerst in deren Accounts von diversen Sozialen Medien ein, um sich über deren Privatleben und Probleme zu informieren. Er verbindet sich mit Menschen, indem er als eine Art Schutzengel agiert und diese Probleme zu lösen versucht oder sogar als Cyber-Vigilante Jagd auf Kriminelle macht. Trotzdem scheint er von seinem Alltag als Programmierer in einer Computer-Sicherheitsfirma gelangweilt und sehnt sich nach größeren Aktionen. Hier kommt der Anarchist Mr. Robot (Christian Slater) ins Spiel, der ihn für die Hacker-Gruppe fsociety rekrutieren will. Zusammen planen sie den großen Kreditkonzern E Corp (den Elliot gerne Evil Corp nennt) lahmzulegen, um das globale Finanzsystem zum Einsturz zu bringen.

„Fight Club“ lässt grüßen 

Schon von der Handlung her lassen sich Parallelen zu „Fight Club“ kaum übersehen. Die Hauptfigur Elliot spricht in der Serie permanent zu seinem imaginären Freund, dem er sein Handeln Schritt für Schritt erläutert. Er hat psychische Probleme und ist deshalb auch Drogenkosum nicht abgeneigt, dem er auch hin und wieder Halluzinationen zu verdanken hat. Nicht zuletzt, dass auch in der Serie bei einer der Schlüsselszenen Pixies´ Song „Where Is My Mind“ gespielt wird. Diese Charakterkonstellation eines entfremdeten Anti-Helden macht ihn zu einer brillianten, komplexen Figur, die, weil sie gegen den Kapitalismus ankämpft, natürlich auch ein weiteres Kernthema des Films von David Fincher aufgreift.

Der Macher der Serie, Sam Esmail, sagt selbst, dass zu seinen Inspirationen zu der Show Filme wie „Taxi Driver“, „American Psycho“, „The Matrix“ und allen voran „Fight Club“ gehören. Eine Hauptfigur mit einer dissoziativen Identitätsstörung, die Konsum verweigert und gegen das Establishment vorgeht, lässt darauf schließen. Aber vor allem der Hintergrund des Machers hatte noch einen großen Einflussfaktor. Esmails Familie stammt aus Ägypten und deswegen hat ihn besonders der Arabische Frühling in seiner Serie inspiriert – die Tatsache, dass junge Menschen, die wütend auf die Gesellschaft sind, Soziale Medien benutzen, um Veränderungen zu erreichen. Auch war er schon immer fasziniert von der Hacker-Kultur – und das merkt man.

Denn er hat es geschafft, die Occupy-Bewegung gegen die Wall Street im Geiste wieder zu beleben, indem er einen Cyber-Age-Thriller geschaffen hat, der den nihilistischen Pessimismus über das Internet mit Kapitalismus und Einkommensungerechtigkeiten verbindet. Wie Elliot schon festgestellt hat: „What I’m about to tell you is top secret. A conspiracy bigger than all of us. There is a powerful group of people out there that are secretly running the world. I’m talking about the guys no one knows about, the guys that are invisible. The top one percent of the top one percent, the guys that play god without permission.“
Das macht die Serie so gut und lässt jeden, der in sich einen kleinen Robin Hood stecken hat, sehnsüchtig auf Staffel zwei warten.

 

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