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Was passieren würde, wenn Frauen weltweit einen Tag lang das Arbeiten aufhören würden

Die englische Zeitung “The Guardian” hat letzte Woche einen interessanten Artikel veröffentlicht, der Taten von Frauen behandelte, die letztendlich die Welt verändert haben. Eine dieser Taten ereignete sich in Island, als 90% der Frauen für einen Tag die Arbeit niederlegten, was große Auswirkungen auf die Geschichte des Landes hatte. 

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Ich hatte diese Idee schon vor einer Weile: Wenn Frauen auf der ganzen Welt für einen Tag das Arbeiten aufhören würden, würde Gleichberechtigung viel schneller erreicht werden. Warum? Island hat es uns am 24. Oktober 1975 vorgemacht. An diesem Tag hatten 90% der Frauen aus Protest gegen die Ausbeutung von Frauen in unterbezahlten oder gar unbezahlten Jobs gestreikt. Nicht nur haben sie an diesem Tag nicht gearbeitet, sondern sie haben sich auch geweigert zu kochen, putzen oder die Familie zu versorgen. Letztendlich wurde das Land und die Wirtschaft deswegen zum Stillstand gebracht. Dieser Aktivismus der so genannten „Red Stockings“ zeigte, wie sehr die ganze Gesellschaft auf die nicht anerkannte Arbeit von Frauen angewiesen und aufgebaut ist. Und heute ist Island eines – wenn nicht dás – gleichberechtigste und fortgeschrittenste Land der Welt. Hier einige Zahlen zum Beweis:

Island – Der Friedensstaat
Island hat keine Armee. Es gibt lediglich 120 Mitglieder einer Küstenwache, die in der Stadt Reykjavík stationiert sind. Aber warum bräuchte ein friedvolles Land überhaupt eine Armee?

Der Global Gender Gap Report
Seit Jahren dominiert Skandinavien das Ranking der Gleichberechtigung und vor allem Island. Nach dem so genannten Global Gender Gap Report sind 40% der Parlamentsmitglieder und 50% der Minister in Island weiblich – auch war in den letzten 50 Jahren 20 Jahre eine Frau das Staatsoberhaupt. Im Gebiet der Bildung kommen 101 Frauen, die an einer Universität studieren, auf 57 Männer. Ein Lohngefälle zwischen den Geschlechtern existiert so gut wie nicht. Alles in einem hat es Island geschafft – das Land hat eine vollkommene Work-Life-Balance erreicht. Frauen können Kinder haben und trotzdem Chef einer Firma sein. Und Männer können ihre Familie nicht nur ernähren, sondern haben auch Zeit diese zu sehen.

Heimat der Toleranz
Aber Island ist nicht nur ein Paradies für Frauen, das Land ist auch sehr aufgeschlossen gegenüber Homosexuellen. Seit dem Jahr 2010 sind Homo-Ehen möglich, während es beispielsweise in Deutschland Homosexuellen immer noch nicht erlaubt ist, zu heiraten. 

Wenn wir noch einmal auf den Global Gender Gap Report zurückkommen, stellt man fast, dass bis jetzt noch kein Land der Welt Gleichberechtigung erreicht hat, aber Island kommt dieser wenigstens am nächsten. Die Frage ist also: Wie können wir alle mehr wie Island sein? Ich schätze, es gibt nur zwei Optionen. Wir können Jahre oder Jahrzehnte warten, bis nach und nach Gleichberechtigung durchgesetzt wird oder wir tun es Island gleich und zeigen der Welt, dass sie die Arbeit von Frauen nicht länger als selbstverständlich angenommen werden kann.

Quellen:
http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/oct/12/women-direct-action-suffragette?CMP=fb_gu
http://www.sueddeutsche.de/panorama/gleichstellungsbericht-des-weltwirtschaftsforums-islands-frauen-als-vorbilder-1.1803763

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2 Kommentare zu Was passieren würde, wenn Frauen weltweit einen Tag lang das Arbeiten aufhören würden

  1. „Island hat keine Armee. Es gibt lediglich 120 Mitglieder einer Küstenwache, die in der Stadt Reykjavík stationiert sind. Aber warum bräuchte ein friedvolles Land überhaupt eine Armee?“

    Selbst wenn man selbst friedfertig ist, so bedeutet das noch nicht, dass man keine Armee braucht. Denn auf die Begehrlichkeiten anderer hat die eigene Zurückhaltung nur bedingt Einfluss. 😉

    Dass Island keine Armee braucht, hat relativ einfache Gründe: Es besitzt keine nennenswerten Bodenschätze UND ist aufgrund seiner geographischen Lage strategisch uninteressant. Das ist eher ein „Glücksfall“ als Verdienst isländischer Politik.

    Kurz: Niemand will was von denen. Für alle Fälle sind sie aber dann doch der Nato beigetreten. 😉

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    • Jeder kann seine eigene Meinung haben, aber ich sehe das nicht so. Ein Land, das andere in Ruhe lässt, braucht keine Armee, weil es nicht befürchten muss, dass sich eine andere Nation „rächt“. Und Kriege wegen Bodenschätzen zu führen, hört sich für mich ein bisschen nach Mittelalter an 😉

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